Wer seinem Körper was Gutes tun will, sollte regelmässig Sport treiben, sei es mit Joggen, Walken, Schwimmen, Radfahren oder zügigem Gehen. An mindestens zwei oder drei Tagen sollte man sportlich aktiv sein, wenn man Stoffwechsel, Muskulatur und Kreislauf kontinuierlich unterstützen und gesundheitlich profitieren will. Wer täglich trainiert, erzielt einen noch nachhaltigeren Effekt. Eine Sportart, die viele anspricht und für Jung und Alt gleichermassen geeignet ist, aber auch bis zur «Wettkampfreife» betrieben werden kann, ist das Nordic Walking. Michael Epp, 5‑facher Nordic-Walking-Weltmeister, sagt dazu: «Jüngere nutzen das Nordic Walking als Fitness-Training für den ganzen Körper.» Die Technik ist dann sehr dynamisch und Tempo und Anforderungen sind zudem relativ hoch. «Für Ältere eignet sich Nordic Walking als Sportart besonders bei Gelenkproblemen, weil sich die Belastung auf den ganzen Körper verteilt. Durch den Stockeinsatz beim Gehen werden Ober- und Unterkörper trainiert», erklärt Epp und ergänzt: «Durch die Festigung der Po- und Oberschenkelmuskulatur werden die Gelenke geschont, Bänder und Sehnen werden besser durchblutet und dadurch elastischer und belastbarer.»

INTERVIEW MIT MICHAEL EPP, NORDIC-WALKING-WELTMEISTER

Nordic Walking Weltmeister Michael Epp Interview

«WOW!»: Wie sieht ein typischer Tag im Leben des Nordic-Walking-Weltmeisters aus?

Michael Epp: Nach dem Aufstehen um 4.45 Uhr in der Früh geht es um 5.00 Uhr auf die erste Trainingsrunde des Tages. Insgesamt werden drei bis sieben Stunden pro Tag trainiert. Anschliessend gehts ins Rathaus zum Arbeiten. In der Mittagspause fahre ich in der Regel 30 Kilometer mit dem Rad und nach Feierabend folgen weitere Trainingseinheiten überwiegend in Kursform, Nordic-Walking-Kurse, Power Walking mit MI-KA-Hanteln, Aqua Fitness, Aqua Power und Aqua Nordic Walking.

Wie kommt man zum Nordic Walking?
Meist sind es die Frauen, die mit dem Training beginnen, quasi als Vorreiter. Die Männer folgen und sind dann ebenso begeistert – so ist es ja auch mir ergangen. Seit ich mit den Kursen begonnen habe, ist immer noch eine Gruppe Sportler aus den Anfangstagen dabei neben den zahlreichen «Neuen», die Nordic Walking erlernen wollen.

Warum eignet sich Nordic Walking für Jung und Alt?
Jüngere nutzen das Nordic Walking als Fitness-Training für den ganzen Körper. Für Ältere eignet sich Nordic Walking als Sportart besonders bei Gelenkproblemen, weil sich die Belastung auf den ganzen Körper verteilt. Durch den Stockeinsatz beim Gehen werden Ober- und Unterkörper trainiert und damit fast alle 700 Muskeln unseres Körpers. Die gesamte Muskulatur wird beansprucht, die Pulsfrequenz wird gesteigert und der Stoffwechsel angeregt. Nordic Walking stärkt Schulter-, Rücken- und Brustmuskulatur und es werden jede Menge Kalorien verbraucht. Durch die Festigung der Po- und Oberschenkelmuskulatur werden die Gelenke geschont, Bänder und Sehnen werden besser durchblutet und dadurch elastischer und belastbarer.

Was muss man als Anfänger beachten?
Am besten ist es natürlich, nicht einfach loszulaufen, damit sich gar nicht erst Fehler in der Technik einschleichen, die dann womöglich zu Fehlhaltungen und Rückenschmerzen führen können. Auch ist Stock nicht gleich Stock – die Länge muss individuell an den Läufer angepasst sein, Schlaufen und Spitzen sind ebenfalls sehr wichtig bei den Stöcken.

Wie sieht eine Trainingseinheit für Anfänger aus?
Nach einer theoretischen Einweisung und der Auswahl der richtigen Stöcke gehts zum Treffpunkt Sportplatz oder Rasenplatz. Dort wird zunächst einmal das richtige Gehen, die richtige Haltung erst ohne und dann mit Stöcken geübt. Der Ablauf wird sehr genau erklärt und quasi «Step by Step» geübt. Eine Trainingseinheit dauert circa anderthalb Stunden mit Aufwärmen, Gymnastik und anschliessendem Ausdehnen. Die Trainingsstrecke am Anfang beträgt in der Regel drei bis vier Kilometer mit Unterbrechungen und Pausen für spezielle Übungen, Erklärungen und Korrekturen. Bereits nach kurzer Zeit wird die Strecke immer länger. Nach drei bis fünf Kurseinheiten sind die meisten dann so fit, dass sie auch ohne Trainer ihre Runden drehen können – allerdings schadet es nicht, die Bewegungsabläufe immer mal wieder überprüfen zu lassen, damit sich keine Fehler einschleichen.

Nordic Walking wird auch als Präventionssport genutzt – warum ist das so?
Wie schon erläutert wird die Belastung beim Nordic Walking auf den ganzen Körper verteilt. Zudem wird das Tempo immer dem individuellen Pulsbereich angepasst. Eine Pulsuhr ist aber nicht nötig, denn das Training ist immer so angelegt, dass man sich dabei noch gut unterhalten kann, ohne aus der Puste zu kommen. Also ideal auch für Herz und Kreislauf. Das ist wohl neben der Gelenkfreundlichkeit ein Grund dafür, dass einige gesetzliche Krankenkassen Nordic-Walking-Kurse ganz oder teilweise bezuschussen. Am besten nachfragen.

Welche Rolle spielt beim Training die Versorgung mit Mineralstoffen?

Das ist ein ganz wichtiges Thema, denn auch Nordic Walking kann eine schweisstreibende Sportart sein – je nach Witterung, Tempo und Anforderung der Strecke. Ich selbst nehme jeden Tag hochdosiertes Magnesium ein – immer nach der ersten Trainingseinheit, so ist mein Körper gut versorgt. Muskelkrämpfe können zum Beispiel auf einen Mangel an Magnesium hinweisen. Bei meinen Trainingseinheiten frühmorgens, in der Mittagspause und am Abend verliere ich durch das Schwitzen jede Menge Magnesium, das ich regelmässig auffüllen muss.

Meinen Kursteilnehmern empfehle ich die Magnesiumeinnahme nach dem Sport und nie auf nüchternen Magen. Ich nehme regelmässig Magnesium-Diasporal 400 Extra direkt. Es ist schnell im Körper aktiv und ein super schmeckendes Direktgranulat in den praktischen Portionstütchen. Das habe ich immer in der Gürteltasche oder der Sporttasche dabei.

TIPPS FÜR EINSTEIGER
Vorbereitung:
Auf die richtige Technik kommt es an, damit sich keine Fehler einschleichen. Am besten belegt man einen Kurs mit drei bis fünf Trainingseinheiten, bevor man durchstartet. Fast alle örtlichen Sportvereine oder auch Nordic-Walking-Trainer bieten diese an.

Die Nordic-Walking-Stöcke sollten aus Glasfaser oder Carbon bestehen. Auch die Länge der Stöcke ist wichtig – als Faustformel gilt: Körpergrösse in Zentimetern mal 0,66. Rechenbeispiel: Körpergrösse 165 cm mal 0,66 = 108,9 cm; da Stöcke in 5‑cm-Schritten angeboten werden, kann man eine Länge von 105 cm oder 110 cm wählen.

Spezielle Nordic Walking-Schuhe sind nicht erforderlich – normale Lauf- oder Trailschuhe reichen aus. Funktionskleidung ist vorteilhaft, weil sie im Gegensatz zu Baumwolle die beim Schwitzen entstehende Feuchtigkeit ableitet und schnell trocknet. Besonders geeignet ist der «Zwiebellook» mit Shirt und Jacke.

VORTEILE VON NORDIC WALKING
Nordic Walking eignet sich für jedermann, weil sich die Belastung auf den ganzen Körper verteilt und fast alle 700 Muskeln des Körpers trainiert. Po- und Oberschenkelmuskulatur werden gefestigt. So werden die Gelenke geschont, Bänder und Sehnen besser durchblutet und dadurch elastischer und belastbarer. Der Stoffwechsel sowie Herz und Kreislauf werden angeregt. Das Tempo kann dem individuellen Pulsbereich angepasst werden. Je nach Tempo, Länge und Anforderungen der Laufstrecke kann Nordic Walking als Leistungssport oder als Fitnesssport betrieben werden.